Ringelrobbe (Phoca hispida)

Die Ostsee-Ringelrobbe ist die kleinste Robbe der Ostsee und eine Unterart der Ringelrobbe. Ostsee-Ringelrobben werden zwischen 1,50 und 1,75m groß und wiegen zwischen 110 und 124kg. Damit sind sie größer als ihre Verwandten, die Ringelrobben des Nordpolarmeeres. Weibliche Ostsee-Ringelrobben sind kleiner und leichter als ihre männlichen Artgenossen. Das Fell der Robben ist dunkelgrau, am Bauch leicht silbrig. Charakteristisch sind die dunklen Punkte und Ringe an Rücken und der Seite.

Ostsee-Ringelrobben ernähren sich je nach Jahreszeit unterschiedlich: Kabeljau, Garnelen und Krill stehen hauptsächlich in Frühjahr und Sommer auf der Speisekarte, im Winter ernähren sie sich hauptsächlich vom Polardorsch. Ostsee-Ringelrobben können bis zu 40 Jahre alt werden, in der Regel werden freilebende Tiere aber selten älter als 20 Jahre.

Ringelrobbe
Ringelrobbe (Phoca hispida) © fotoinho - fotolia

 

Lebensraum der Ostsee-Ringelrobbe

Ostsee-Ringelrobben kommen nur in den nördlichen, kalten Regionen der Ostsee und in der baltischen See vor. Die meiste Zeit verbringen die Robben im Wasser, allerdings trifft man sie eher selten auf offener See. Ans Land kommen sie nur, um sich fortzupflanzen. Meistens halten sich die Tiere in Küstennähe oder - bevorzugt - auf dem Packeis auf.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit liegt zwischen April und Ende Mai. Ein Männchen paart sich mit mehreren Weibchen. Die Tragezeit der Weibchen beginnt dann ab August, im darauffolgenden Februar oder März kommt ein Jungtier zur Welt. Die Geburt und die Aufzucht der jungen Tiere erfolgt auf den Eisflächen und in ins Eis gegrabenen Höhlen. Neugeborene Robben sind schneeweiß, erst nach vier bis fünf Wochen dunkelt das Fell nach. Die Säugezeit beträgt nur 6 Wochen, danach verbringen auch die Jungtiere die meiste Zeit im Wasser.

Gefahren für die Ostsee-Ringelrobbe

Der Bestand der Ostsee-Ringelrobben ist gefährdet, heute existieren nur noch rund 5.500 Tiere. Die Weltnaturschutzunion führt die Ostsee-Ringelrobbe auf ihrer roten Liste als stark gefährdet. Während der letzten Jahrhunderte kam es zu grausamen Massenabschlachtungen durch Pelzhändler. Doch auch nachdem die Bejagung gesetzlich verboten wurde, ist die Ostsee-Ringelrobbe weiterhin gefährdet: Zum einen durch das Wegschmelzen des Eises und den somit fehlenden Aufzuchtmöglichkeiten für Jungtiere. Zum anderen machen schwere Wasserverschmutzungen den Ostsee-Ringelrobben zu schaffen.


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