Ostsee Kreuzfahrt

Colorline Kreuzfahrten

Klassische Kreuzfahrten auf Ozeanriesen gibt es auf der Ostsee nicht. Die Colorline Schiffe "Color Magic" und "Color Fantasy" bieten jedoch fast echtes Kreuzfahrt Feeling. Mit einer Länge von jeweils 224 Meter bieten die beiden nahezu baugleichen Schiffe richtiges Kreuzfahrtflair. Die Color Magic 50 Kabinen mehr als die Color Fantasy. An Deck befinden sich mehrere Restaurants, eine Shopping-Mall, ein Theater, ein Fitnessstudio mit tollem Ausblick und sogar ein kleines Schwimmbad mit Wasserrutsche.

Beide Schiffe verkehren regelmäßig von Kiel nach Oslo. Die Überfahrt bis zur norwegisches Hauptstadt dauert etwa 20 Stunden. Besonders günstig reist man in den Innenkabinen. Die Kabinen mit Promenadenblick kosten etwas mehr, haben dafür ein Fenster zu Einkaufspromenade. Die höchste Preisklasse sind die Außenkabinen mit Blick auf das Meer.


Mit der "Color Magic" von Kiel nach Oslo

 

Kreuzfahrten im Wandel

Immer weniger Schiffe können noch Züge an Bord nehmen, während die Auto-Mobilisierung immer größeren Autobetrieb auf den Fährschiffen möglich macht. Dazu verlagert sich der Frachtverkehr von der Bahn auf die Straße, und die Lastwagen benötigen Platz. Doch je größer die Fährschiffen werden, umso dringender stellt sich die Frage, wie man in Zeiten schwacher Auslastung - also im Winterhalbjahr - mehr Gäste an Bord bekommt. Ende der 1970 und 1980 Jahren beginnt die große Zeit der Partydampfer. Feste und Feiern an Bord sollen Passagiere anlocken, die das Erlebnis einer Schiffsreise mit einer durchzechten Nacht verbinden. Preisgünstige Städtereisen sind eine zweite Möglichkeit: Oslo, Göteborg, Malmö und Kopenhagen sind attraktiv genug, um Passagiere zu einer Schiffsreise zu animieren. Um auch diesen Gästen ein spannendes Reiseerlebnis bieten zu können, werden die Fährschiffen noch komfortabler, besonders auf längeren Routen.

Profitables Preis-und Steuergefälle

Gleichzeitig profitieren aller Ostsee-Reedereien von dem Preis-und Steuergefälle zwischen den Ländern: an Bord kann zollfrei eingekauft werden, für Deutsche ebenso wie für Skandinavier ein preisgünstiges Einkaufsparadies, und so kombinieren vor allem Schweden und Norweger die Schiffsreise mit einem guten Essen und reichlich Alkohol sowie mit einem Einkaufsbummel durch Kiel oder Lübeck. Die Schiffe auf der Ostsee haben in dieser Phase mit dem klassischen Bild einer Fähre nur noch wenig gemein. Besonders augenfällig ist die Entwicklung zwischen Finnland und Schweden, wo die Reedereien sich seit Ende der 1980- Jahre ein Wettrennen um das schönste, größte und beste Schiff liefern. Jedes Jahr geben die Konkurrenten mindestens einen größeren Dampfer in Auftrag. Zwischen Helsinki und Stockholm verkehren in dieser Zeit die besten Fährschiffe der Welt. Dies erinnert an die glorreichen Jahre der Seefahrt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So verfügt zum Beispiel die "Color Line Symphony" über Neuerungen, die den Passagierschiffbau revolutionieren: Auf dem fünften Deck erstreckt sich eine Einkaufspassage nahezu über das gesamte Schiff. Hier gibt es alles im zollfreien Einkauf, Cafes, Pubs und Restaurants. Das Unterhaltungskonzept geht vollauf: zwischen den beiden skandinavischen Hauptstädten sind weit mehr Gäste unterwegs, die das Leben an Bord genießen wollen, als Passagiere, die nur von A nach B fahren. Zu großen Teilen verdienen die Reedereien einen mit den Umsätzen an Bord. Mittlerweile wird an einer neuen Generation von Kreuzfahrtschiffen gebaut.

Änderungen der Ausstattung der Kreuzfahrtschiffskabinen

Die Zahl der fensterlosen Kabinen wird drastisch gesenkt, stattdessen gibt es nun Kabinenblick auf die Passage. Der Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts bringt für die Ostsee Reedereien einen Umbruch mit sich. Aufgrund neuer Regeln fällt der zollfreie Verkauf an Bord von Fährschiffen und auf Flughäfen- für die Reedereien ist dies ein Rückschlag. Die Umsätze im Bordverkauf brechen ein, die Passagierzahlen gehen zurück zwischen Kiel und Oslo sowie zwischen Schweden und Finnland. Auf allen anderen Roten steigen die Fahrpreise, die zuvor durch die Umsätze an Bord quasi subventioniert wurden. Die Reedereien konzentrieren sich erneut auf das eigentliche Geschäft-den Transport von Personen und Fracht. Technisch bedeutet dies, dass die Fährschiffe wieder spezifisch für die jeweilige Route gebaut werden.

TT-Line

Ferner ist jetzt Fast food auf schnellen Fähren angesagt. Die TT-Linie reduziert seinerseits die persönliche Kapazität an Bord seiner neuen Flaggschiffe zu Gunsten der Fracht und erhöht andererseits aber nocheinmal den ohnehin schon guten Standard.

So will man sich als bequeme Alternative zur dänischen Autobahn auf den Weg nach Schweden positionieren. In den Billigfliegern entsteht in Reedereien eine neue Konkurrenz. Städtereisen winken als schneller und preiswerter Trip.

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