Der Nord-Ostsee-Kanal

Die meist befahrene Schiffahrtsstraße der Welt ist nicht etwa der Panama- oder Suez-Kanal, sondern der Nord-Ostsee-Kanal in Schleswig-Holstein. Dieser erspart Schiffen den etwa 900 km längeren Weg um die Nordspitze Dänemarks herum.

Fakten

Der Kiel Canal, wie seine internationale Bezeichnung lautet, verbindet die Elbe bzw. die Nordsee mit der Ostsee und verbindet die beiden Mündungsorte Brunsbüttel im Westen und Kiel-Holtenau im Osten. Insgesamt beträgt seine Länge 98,6 km bei einer Breite von 162 m an der Wasseroberfläche bzw. 90 m an der Kanalsohle. Seine Tiefe von 11 m erlaubt die Passage von Schiffen mit einem maximalen Tiefgang von 9,5 m. Die Schleusen an den Mündungen halten den Wasserstand unabhängig von den Gezeiten konstant.

Eine Überquerung des Kanals ermöglichen zum einen 14 Fähren, deren Benutzung für Autos, Fahrräder und Fußgänger dank einer kaiserlichen Verordnung anlässlich der Kanaleröffnung bis heute kostenlos ist. Während die Fähren früher an Seilen oder Ketten befestigt waren, werden sie heute von Kapitänen frei gesteuert.

Zum zweiten existiert bei Rendsburg seit 1961 ein Autotunnel bzw. seit 1965 ein Fußgängertunnel. Der Zugang zur 130 m langen Röhre erfolgt per Aufzug oder über eine der längsten Rolltreppen Europas.

Geschichte

Eine Verbindung zwischen Nord- und Ostsee spukte schon lange in den Köpfen der Landesfürsten umher. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Schifffahrtsverbindung durch den Ausbau der Eider entschieden verbessert. Da diese Wasserstraße der Kriegsflotte jedoch nicht gewachsen war, ließ Kaiser Wilhelm von 1887-1895 den zuerst nach ihm benannten "Kaiser-Wilhelm-Kanal" bauen. Erst 1948 erhielt seine heutige Bezeichnung.

Bereits im Zeitraum von 1907-1914 erfuhr der Kanal eine erste Erweiterung, welche dem höheren Verkehrsaufkommen sowie dem Bedarf an Großkampfschiffen durch die kaiserliche Marine geschuldet war. In den Jahren 1965-2000 erfolgte ein zweiter Ausbau, vor allem zur Sicherung der Uferböschung.

Dank der beiden Erweiterungen passieren aktuell etwa 41.000 Schiffe pro Jahr diese Wasserstraße.

Interessantes rund um den Nord-Ostsee-Kanal

Während der Passage des Kanals bekommt die jeweilige Schiffsbesatzung Unterstützung: Zum einen erfassen die sogenannten "Lenker" jedes Schiff bereits in den Schleusen und berechnen z. B. aufgrund dessen Größe und Geschwindigkeit, ob es bei Gegenverkehr in einer der dafür vorgesehenen Ausweichbuchten warten muss. Außerdem begleiten Lotsen die größeren Schiffe.

Für die "Sehleute" existieren am Ufer des Kanals mehrere Campingplätze, wo man beispielsweise jährlich über 100 Kreuzfahrtschiffe und Luxusliner aus nächster Nähe beobachten kann.

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