14.11.2012

Mondfisch in der Ostsee gefangen

Am 13.11.2012 ging den Fischern vor Rügen ein ungewöhnlicher Fang ins Netz. Zu ihrem Erstaunen enddeckten sie in Ihrem Schleppnetz einen bereits stark geschwächten Mondfisch.

Ein Ausnahmefang vor der Ostseeküste

Am 13.11.2012 ging den Fischern vor Rügen ein ungewöhnlicher Fang ins Netz. Zu ihrem Erstaunen enddeckten sie in Ihrem Schleppnetz einen bereits stark geschwächten Mondfisch. Das ca. 46 cm lange und 72 cm hohe Tier bezahlte leider seinen Ausflug in die Ostsee mit dem Leben. Die Fischer legten das Tier auf Eis und übergaben ihn später den Wissenschaftlern in Saßnitz. Durch die Lagerung ist der Fisch in einem sehr guten Zustand, so dass sich die Wissenschaftler zu einer Konservierung in Formaldehyd entschlossen haben. Ob er später in der Ausstellung des Ozeaneums zu sehen sein wird ist noch nicht bekannt. Es sind Gewebeproben entnommen worden, aus denen die Forscher die DNA feststellen wollen um im Vergleich mit anderen Daten vielleicht weitere Hinweise auf Alter und die Herkunft oder den Weg des Tieres zu erhalten. Über die Ursache seines Ausfluges lässt sich nicht viel sagen. Die Fachleute nehmen an, dass er mit der Strömung vom Atlantik in die Nordsee und dann von dort in die Ostsee gelangt ist.

Mondfisch
Seltener Fang - ein Mondfisch in der Ostsee © photodune

 

Der weite Lebensraum der Mondfische

Mondfische sind in der Ostsee extrem selten. Das letzte Mal wurden im Jahr 2009 drei Mondfische in der Ostsee gefangen. Sie kommen überwiegend in warmen Gewässern vor. Im östlichen Pazifik, im Ost- und Westatlantik, im Mittelmeer. Im Herbst sind sie oft in der Nordsee zu finden, wo sie sogar bis in den Kattegat und den Skagerrak hineinschwimmen. Man möchte meinen, dass ihnen die verhältnismäßig kühlen Temperaturen der Ostsee stark zusetzen. Doch das ist nicht der Fall, Mondfische tauchen bis zu 480 m tief und sind diese Temperaturbereiche also gewohnt. Man geht davon aus, dass die Tiere in der Ostsee nicht genügend Nahrung finden. Sie ernähren sich unter anderem von Plankton, Aallarven, Krebstieren, Schlangensternen, Heringen aber doch überwiegend von Quallen. Und davon gibt es im Herbst in der Ostsee keine.

Was macht den besonderen Reiz dieser Tiere aus

Mondfische gehören zu den Knochenfischen. Unter diesen sind es echte Schwergewichte. Es sind schon Tiere mit einem Gewicht bis zu 2,3 Tonnen und einer Länge von 3,30m gefangen worden. Meist sind sie jedoch kleiner. Zum menschlichen Verbrauch werden sie selten gezielt gefangen. Es ist bekannt, das in Taiwan das eher gummiartige Fleisch gern verspeist wird. Man vermutet, dass Mondfische wie die Kugelfische das Nervengift Tetrodotoxin enthalten. Einige Teile des Fisches finden Anwendung in der traditionellen chinesischen Medizin.

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